4th International Congress on Treatment of Dystonia: Für alle, die Menschen mit Dystonie helfen

Unter diesem Motto trafen sich fast 400 Teilnehmer aus 4 Kontinenten vom 8.-11. Mai in Hannover. Damit und mit über 70 weltweit ausgezeichneten Referenten aus den Bereichen Neurologie, Neurochirurgie, Neuropädiatrie, Neurogenetik, Grundlagenwissenschaften und Nichtärztliche Therapien war dies erneut der weltweit führende Dystonie-Kongress.

Das Programm behandelte neue Therapieansätze für alle Dystonieformen einschließlich der Botulinumtoxin-Therapie, der Tiefen Hirnstimulation, verschiedener verhaltenstherapeutischer Ansätze und neuer Strategien, um Dystonien zu behandeln oder vielleicht sogar zu vermeiden. Das wissenschaftliche Programm war intensiv und dauerte 3.5 Tage. Neun praxisorientierte Workshops und mehrere spezielle Mittagsseminare ergänzten das Programm und führten zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch. Junge Wissenschaftler konnten ihre Ergebnisse in Poster-Sitzungen und durch Freie Podiumsvorträge vorstellen. Mehrere Patientenorganisationen nutzten die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. In der Industrieausstellung konnten die neuesten Entwicklungen der Botulinumtoxin-Therapie und der Tiefen Hirnstimulation direkt mit den jeweiligen Herstellern diskutiert werden.

Der Höhepunkt des Kongresses war der Festvortrag von Alan B Scott und Eric A Johnson über die ‚Erfindung der Botulinumtoxin-Therapie‘. Es war dies das erste Mal, dass die ‚Väter der Botulinumtoxin-Therapie‘ gemeinsam auf einer Bühne auftraten, um ihre persönlichen Erinnerungen an die frühen Tage der Botulinumtoxin-Therapie darzustellen. Ein Video dieses einmaligen Ereignisses wird durch IAB – Interdisziplinärer Arbeitskreis Bewegungsstörungen (iabnetz.de) in Kürze zur Verfügung gestellt werden. In einem Spezialvortrag gab Professor Dr. Dirk Dressler Einblicke in die ‚Translationale Botulinumtoxin-Therapie‘. Dieser Vortrag markierte gleichzeitig das 10-jährige Bestehen des von Dressler gegründeten Bereichs Bewegungsstörungen der Medizinischen Hochschule Hannover.

‚Dieser Kongress ist jetzt international fest verankert als die zentrale Plattform und der Treffpunkt für alle, die Menschen mit Dystonie helfen‘, sagte Dressler auch im Namen seiner Co-Organisatoren Professor Dr. Eckart Altenmüller und Professor Dr. Joachim K. Krauss. ‚Wir sind sehr erfreut, dass es ein starkes und stetig wachsendes Interesse an unserem Kongress gibt, obwohl sich die Rahmenbedingungen kontinuierlich verschlechtern. Das Thema Dystonie muss weiterentwickelt werden. Wir brauchen junge Leute und wir brauchen neue Themen, damit wir fit für die Zukunft sind. Ich persönlich sehe ein großes Potential in Asien, nicht nur für unser Thema, sondern auch für unseren Kongress‘, sagte Dressler, der zur Zeit ein Botulinumtoxin-Forschungszentrum in Shanghai aufbaut.

Zum Erfolg des Kongresses beigetragen haben dürfte ebenfalls der sprichwörtliche Hannoveraner Frühling und der gesellschaftliche Rahmen, zum dem auch der Gesellschaftsabend im privaten Wasserschloß Hülsede gehörte.

 

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